Was ist Smart BMI? Das Smart-BMI-Modell erklärt

In der Schweiz entwickelt · Seit 2014 weltweit genutzt

Über zwölf Jahre Smart BMI: gemeinsam weitergedacht

Seit dem 20. Februar 2014 ist Smart BMI online. Das Modell ist eigens für diese Website entwickelt und bisher weltweit von über 25 Millionen Menschen genutzt worden. Heute macht der Rechner in dreizehn Sprachen diese zusätzliche Perspektive auf das Körpergewicht zugänglich. Die Mehrsprachigkeit gehört bewusst zum Angebot: Menschen aus unterschiedlichen Ländern sollen die Ergebnisse und ihre Bedeutung in ihrer Sprache verstehen können.

Der diplomierte Biologe Christian Bachmann hat Smart BMI in Zusammenarbeit mit dem Mediziner David Fäh (Prof. Dr. med., MPH) und Heinrich von Grünigen (Dr. med. h.c.), dem langjährigen Präsidenten der Schweizerischen Adipositas-Stiftung SAPS, entwickelt. An der technischen Umsetzung im Internet war und ist Roger Gösele beteiligt, Physiker ETH Zürich mit Vertiefung Medical Physics. Der Blick über die eigene Fachrichtung hinaus war dabei ein Antrieb: den BMI weiterzudenken und wissenschaftliche Erkenntnisse in einem verständlichen Rechner nutzbar zu machen.

Der klassische BMI setzt nur Gewicht und Körpergrösse ins Verhältnis. Smart BMI setzt an einer seiner bekannten Grenzen an: Gleiche BMI-Werte werden unabhängig von Alter und Geschlecht häufig gleich eingeordnet. Unser Modell berücksichtigt diese Unterschiede und bietet zusätzlich eine Anpassung für asiatische Herkunft. So entsteht eine differenziertere Einordnung für verschiedene Bevölkerungsgruppen. Auch diese Berechnung bildet nicht alle persönlichen Gesundheitsfaktoren ab und ersetzt keine ärztliche Beurteilung.

Frauen sind keine kleineren Männer.

Eine prägende Grundlage des heutigen BMI wurde ausschliesslich an Männern untersucht: Die einflussreiche Arbeit von Ancel Keys und seinem Forschungsteam aus dem Jahr 1972 bezog keine Frauen ein. Weibliche Körper waren in dieser Datengrundlage nicht vertreten.

Dabei unterscheiden sich Frauen und Männer im Durchschnitt in ihrer Körperzusammensetzung und Fettverteilung. Die üblichen BMI-Kategorien für Erwachsene verwenden dennoch dieselben Grenzwerte für beide Geschlechter.

Smart BMI berücksichtigt diesen Unterschied: Unser Modell verwendet getrennte, altersabhängige Referenzkurven für Frauen und Männer. Dein Geschlecht beeinflusst damit tatsächlich die Einordnung deines BMI.

Altersabhängiges grünes Smart BMI-Band im Vergleich zu einem festen BMI-Bereich

Der »ideale« Bereich des BMI von der Geburt bis ins hohe Alter (dunkelgrün) und der Bereich des »Normalgewichts« (hellgrün) gemäss der WHO, zwischen BMI 18,5 und 25, beginnend mit dem Alter von 20 Jahren. Beide Geschlechter sind zusammengefasst. Erklärung siehe »Warum Smart BMI?« unten. © SBMIC

So liest du die Grafik

↑ BMI nimmt von unten nach oben zuAlter nimmt von links nach rechts zu →

  • Grünes Band: Smart BMI-Modell dieser Website
  • BMI-Vergleichsbereich für Erwachsene

Die Farbbereiche beschreiben das Modell dieser Website; sie sind keine individuellen Risikoprognosen.

Smart BMI und der SBMI-Wert

Smart BMI ist das eigene Modell dieser Website. Es berücksichtigt Alter und Geschlecht bei der Einordnung des BMI. Der berechnete Wert heisst SBMI und liegt zwischen 0 und 70 Punkten.

Erstens berücksichtigt Smart BMI neben Gewicht und Körpergrösse auch Alter und Geschlecht. Zweitens ist der SBMI eine reine Vergleichszahl (ohne physikalische Einheiten) auf einer Skala von 70 Punkten. Drittens lässt sich die Bedeutung des Körpergewichts für die Gesundheit auf einfache Weise vom SBMI ableiten, nicht aber vom BMI: Die Abstufungen der gewichtsbezogenen Gesundheitsrisiken – in der Smart BMI-Grafik auf der Ergebnisseite grün, gelb, orange und rot gefärbt – sind jeweils 10/70 SBMI-Punkte breit.

Der ideale Bereich des SBMI ist 30/70 bis 39/70 oder, in Worten, »zwischen dreissig und neununddreissig von siebzig Punkten«.
 

Die folgende Tabelle setzt die sieben SBMI-Bereiche mit den ärztlichen Diagnosen und Risikostufen gemäss der Weltgesundheitsorganisation WHO in Beziehung. Eine medizinische Diagnose und Beurteilung des Gesundheitsrisikos ist nur nach gründlicher Untersuchung von Einzelpersonen möglich und darf sich nie ausschliesslich auf statistisch erfasste Durchschnittswerte stützen.

Das Smart-BMI-Modell verwendet deshalb den Begriff »Gesundheitsrisiko« nur mit grossem Vorbehalt. Stattdessen bildet die Farbskala von Grün bis Rot die Dringlichkeit ab, sich um sein Gewicht Gedanken zu machen und den Rat von Fachleuten zu suchen. Grün bedeutet »keine Notwendigkeit«. Von Gelb bis Rot steigert sich diese Notwendigkeit von leichter bis zu dringender Empfehlung.

35/70 bedeutet 35 Punkte
035 / 70Mitte der Skala70

35 Punkte auf einer Skala von 0 bis 70. Das ist weder eine Prozentangabe noch eine Erkrankungswahrscheinlichkeit.

Zusammenhang zwischen SBMI, Diagnosen und Risikostufen gemäss WHO
SBMI Diagnose (WHO)  Risikostufe (WHO) 
0/70 – 9/70  extreme Anorexie sehr hoch
10/70 – 19/70  Anorexie bis Untergewicht hoch
20/70 – 29/70  mässiges bis leichtes Untergewicht mässig
30/70 – 39/70  Normalgewicht niedrig
40/70 – 49/70  leichtes bis mässiges Übergewicht mässig
50/70 – 59/70  Übergewicht bis Adipositas hoch
60/70 – 70/70  extreme Adipositas sehr hoch

Berechne deinen SBMI

Warum Smart BMI?

Die Grafik oben auf dieser Seite zeigt den BMI-Bereich, der mit einem Gesundheitsrisiko von nahezu null verbunden ist (dunkelgrün), gegenüber dem BMI-Bereich des »Normalgewichts« (hellgrün), wie es von der Weltgesundheitsorganisation definiert ist, nämlich zwischen BMI 18,5 und 25. Die WHO-Definition gilt nur für Erwachsene. Für Kinder und Jugendliche verwendet man BMI-Häufigkeitskurven anstelle von fixen Werten. Der linke Teil der Grafik stützt sich auf solche Kurven. Beide Geschlechter sind zusammengenommen, da die Unterschiede bei dieser Kurve nur minim sind.

Im Alter von zwanzig Jahren, wo die hellgrün schattierte Zone beginnt, bis zu ungefähr dreissig Jahren, kommt die Kurve des Nullrisikos irgendwo in die Mitte des »Normalbereichs« zu liegen – was zu erwarten ist.

Was aber an dieser Kurve am meisten auffällt: Sie krümmt sich nach oben und verbreitert sich dabei mehr und mehr, ganz im Gegensatz zu der fixen Breite des WHO-Normalgewichts. Dies ist der Moment, in dem Smart BMI ins Spiel kommen muss.

Beachte bitte, dass die dunkel- und hellgrünen Bereiche nicht die gleiche Risikostufe darstellen. Die obere Grenze der hellgrünen Fläche wird gemeinhin als »leicht übergewichtig« klassiert, und man sagt, es sei mit einem etwas erhöhten Gesundheitsrisiko verbunden. Dagegen bedeutet dunkelgrün ein absolut nicht erhöhtes Gesundheitsrisiko. Ab einem Alter von etwa sechzig Jahren wird der Gegensatz offensichtlich: Die dunkelgrüne Kurve übersteigt dann den oberen Rand des hellgrünen Bandes.

Smart BMI ist entwickelt worden, um das mit dem BMI verbundene Gesundheitsrisiko besser abschätzen zu können als die herkömmlichen Gewichtsklassen. Seine Kalibrierung beruht auf zahlreichen Kurven in der Art, die du oben gesehen hast. Das Ergebnis ist die Grafik, die du hier siehst.

Altersabhängige Smart BMI-Einstufungen als Farbbänder von Grün über Gelb und Orange bis Rot
So liest du die Grafik

↑ BMI nimmt von unten nach oben zuAlter nimmt von links nach rechts zu →

  • SBMI-Punkte 30–39
  • SBMI-Punkte 20–29 / 40–49
  • SBMI-Punkte 10–19 / 50–59
  • SBMI-Punkte 0–9 / 60–70

Die Farbbereiche beschreiben das Modell dieser Website; sie sind keine individuellen Risikoprognosen.

Die Breite des grünen Bereichs ist so bestimmt worden, dass sie der WHO-Definition des Normalgewichts im Alter von ungefähr zwanzig Jahren entspricht. Die Grenzen der roten Bereiche sind so bestimmt worden, dass sie den WHO-Definitionen für extreme Fettleibigkeit und Untergewicht entsprechen. In beiden Fällen sind die Kurven für Männer und Frauen verschieden. Denn Studien haben gezeigt, dass Frauen mehr Über- und Untergewicht vertragen als Männer.

Quellen: Kromeyer-Hauschild K, Wabitsch M, Kunze D et al. Monatsschr Kinderheilkd 2001, 149:807 (Kinder und Jugendliche); The Global BMI Mortality Collaboration, Lancet 2016; 388:776-86 (Erwachsene von 40 bis 80 Jahren).

Christian Bachmann, Webmaster

Dies ist keine neue klinische Validierung oder Neukalibrierung des Smart BMI-Modells.

Geschichte der SBMIC-Versionen

SBMIC: Smart Body Mass Index Calculator (Intelligenter BMI-Rechner)

  1. SBMIC 1.0 freigeschaltet am 20. Februar 2014

    1. 1.1 – April 2015: Mobilfreundliches Layout.
    2. 1.2 – Dezember 2015: Fehler behoben, der das Gesundheitsrisiko bei einigen jungen Erwachsenen zu hoch eingeschätzt hat. Einige unklare Textelemente neu formuliert.
    3. 1.3 – Februar 2016: Vergleich des Nutzers mit der allgemeinen Bevölkerung entfernt, da dieser nicht zielführend ist.
    4. 1.4 – März 2016: Einführung der SBMI-Skala von 70 Punkten.
  2. SBMIC 2.0 freigeschaltet am 28. August 2016

    Neukalibrierung aufgrund neu publizierter Daten über BMI und Gesundheitsrisiken von mehr als drei Millionen Personen. Sie führt zu höheren Grenzwerten für Frauen, junge Erwachsene und Personen über 70 Jahren.

    1. 2.1 – Oktober 2016: Separate Berechnung für asiatische Nutzer.
    2. 2.2 – Oktober 2017: Grösse und Gewicht, die der BMI-Berechnung zugrunde liegen, werden zur Kontrolle mit dem Ergebnis angezeigt.
    3. 2.3 – Januar 2018: Sichere Website, verschlüsselt und zertifiziert.
    4. 2.4 – Februar 2018: Neues responsives Webdesign für alle Bildschirm- und Fenstergrössen auf Smartphones, Tablets und Desktop-Computern.
    5. 2.5 – Juni 2018: Verbesserte Verarbeitung der im Fragebogen eingegebenen Daten und verbesserte Nutzerführung nach Falscheingaben reduzieren die Fehlerquote um 30 Prozent.
    6. 2.6 – August 2018: Ermöglicht die Eingabe von Körpergrösse und -gewicht in verschiedenen Einheitensystemen.
    7. 2.7 – Februar 2019: Klarere Warnhinweise für untergewichtige und übergewichtige Kinder und Jugendliche.
  3. SBMIC 3.0 freigeschaltet am 22. Oktober 2026

    Optimierte Text- und Grafikausgabe. Stärkere Betonung der Beschränkungen. Die Ergebnisse der Berechnungen werden jetzt als konkrete Empfehlungen statt als Diagnosen formuliert. Die Berechnungen finden nicht mehr auf dem Webserver statt. Alle Recheneingaben und Ergebnisse bleiben auf dem Endgerät der Nutzer.

    1. 3.1 – 26. Oktober 2026: Mobiles Eingabeformular, fünf neue Sprachen und automatische Sprachwahl mit gespeicherter manueller Auswahl. Die Berechnung bleibt unverändert.

Aktuelle Einordnung und Grenzen

Smart BMI ist das ursprüngliche Modell dieser Website. Es verwendet BMI, Alter und Geschlecht sowie optional eine Anpassung bei asiatischer Herkunft. Der berechnete Wert heisst SBMI (Smart Body Mass Index) und liegt auf einer Skala von 0–70 Punkten. Das ursprüngliche Modell bezeichnet 30–39 Punkte als seinen mittleren Referenzbereich.

Der SBMI ist keine übliche BMI-Klassifikation und keine validierte individuelle Risikoprognose. Das historische Modell bezieht sich auf die Analyse erwachsener Bevölkerungsgruppen der Global BMI Mortality Collaboration von 2016. Diese Studie validiert weder die Formel dieses Rechners noch deren Anwendung bei Kindern. Die Software übernimmt die ursprünglichen Tabellen; das belegt keine klinische Gültigkeit.

Das Smart BMI-Modell wurde aus dem bisherigen Rechner übernommen. Seine wissenschaftliche Aussagekraft ist getrennt von der Korrektheit der Softwareübertragung zu beurteilen.

Fachliche Prüfung

Prof. Dr. med. David Fäh, MPH, ist Arzt, Forscher und Dozent für Public Health Nutrition an der Berner Fachhochschule (BFH). Er hat die Entwicklung von Smart BMI fachlich begleitet und den Beitrag zum Abnehmen auf dieser Website verfasst. Sein Fokusthema ist die strukturelle Prävention (PDF, Englisch).

Profil an der BFH

Quellen und Grenzen

Wissen zum BMI